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NEL MONDO… GOLF DE:Europameister
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Hämeenlinna/Finnland – Tim Wiedemeyer hat es vollbracht. Der als Favorit ins Turnier gestartete Bayer hat sich tatsächlich als erst dritter Deutscher den Titel als Europameister gesichert. Die Art und Weise ist dabei spektakulär. Nach einer eher verhaltenen Auftaktrunde mit 73 Schlägen rangierte der Athlet, der für den GC St. Leon-Rot in der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf spielt, nur auf dem 81. Platz.
Dann aber zündete der zweifache German-Boys-Champion den Turbo und setzte mit zwei Tagesbestleistungen die Ausrufezeichen, die seine Ansprüche auf den Titel eindrucksvoll unterstrichen.
Der Finaltag war nochmal ein Beweis für die außergewöhnliche Stärke des 21-Jährigen, auch und gerade mental.
Zwei vor am Start, zwei vor am Ende
Zwei vor am Start, zwei vor am Ende
Tim Wiedemeyer war mit zwei Schlägen Vorsprung auf Nevill Ruiter in die Finalrunde gestartet. Der Sieger der Dutch Amateur Championship von 2024 glich diesen Rückstand schon auf Loch 1 aus, als er ein Birdie notierte, während der Deutsche mit einem Bogey einen unglücklichen Start hatte.
Der aus Bergen stammende Niederländer legte sofort ein zweites Birdie nach, aber da zeigte Tim Wiedemeyer, dass er das Momentum nicht einfach abgeben würde. Auch er brachte ein Birdie unter und damit war die Marschrichtung dieser Finalrunde vorgezeichnet.
Die weiteren Löcher blieb der Zweikampf schlaggleich, weil beide nach fünf Löchern mit Even Par auf Bahn 8 ein weiteres Birdie notierten. Schlaggleich bei elf unter Par ging es auf die Back Nine.
Der Spanier Sergio Jimenez hatte zu dem Zeitpunkt schon zwei Löcher mehr gespielt und lag mit -4 für den Tag in der Gesamtwertung nur noch zwei Schläge hinter dem Führungsduo.]
Beim Start auf die Back Nine gelang Tim Wiedemeyer sein drittes Birdie, mit dem er wieder die alleinige Führung übernahm. Dabei blieb es nicht, denn der College-Student der Texas Tech legte sofort nach. Der Niederländer konnte beiden Birdie nichts entgegensetzen und auf Loch 12 sorgte das Bogey von Ruiter dafür, dass Tim Wiedemeyer mit drei Schlägen Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger auf das 13. Tee gehen konnte.
Entschieden war das Turnier da aber noch lange nicht, denn ein bayerisches Bogey auf dem 13. Grün öffnete für den Oranje-Vertreter die Tür wieder etwas. Anschließend ging es mit Birdies beider Titelaspiranten auf Loch 15 weiter. Es blieb letztlich mit einem tatsächlich sehr coolen Schlussspurt bei den zwei Schlägen Vorsprung, mit denen sich Tim Wiedemeyer zum erst dritten deutschen Europameister kürt. Vor zwei Jahren hatte der neue Champion schon einmal nach 71 Löchern in Führung gelegen, damals den Titel auf der letzten Bahn aber noch verspielt. Nun aber ist Wiedemeyer um zwei Jahr reifer und hat es im Stile eine wahren Champions zu Ende gebracht.
Die übrigen Verfolger hatten ohnehin längst abreißen lassen müssen. Auf den Bronzemedaillengewinner hatte Tim Wiedemeyer am Ende satte sechs Schläge Vorsprung. Gemeinsam mit seinem Caddie Ollie McNeilly, mit dem der Bayer schon seit drei Jahren bei großen Turnieren zusammenarbeitet, freute sich der Schützling von Marco Schmuck über den Pokal für den Sieger und die Einladung zur Open, die symbolisch durch eine Originalfahne des wohl wichtigsten Majors ausgesprochen wurde.
Einladungen
Dieser EM-Titel ist im Vergleich zu allen vorherigen nochmals kräftig aufgewertet, denn die EM ist ein „Major“-Turnier im neuen Kalender der European Amateur Order of Merit. Tim Wiedemeyer darf sich über die Einladung zur Open Championship freuen und hat mit dem Sieg auch gute Aussichten, weitere Benefits am Ende der Saison aus der EAOM zu bekommen. Der Titel Europameister ist ein weiterer Türöffner für das Talent des Golf Team Germany.
Emil Albers in Top Ten
Emil Albers hatte einen vielversprechenden Start in seine Finalrunde. Der Falkensteiner brachte auf Loch einen Eagle unter und machte damit im Livescoring direkt einen kleinen Sprung in Richtung Medaillenränge. Danach kam aber etwas finnischer Sand ins Getriebe und Albers musste innerhalb von vier Löchern drei Bogeys notieren. Mit einem Schlag über Par kreuzte das Nordlicht auf die Back Nine.
Mit Birdies auf den Löchern 13 und 15 verbesserte sich der Athlet des Hamburger GC wieder, musste auf dem 72. Loch dieser EM aber noch einen Bogey hinnehmen, Trotzdem sicherte Albers sich am Ende mit einem Gesamtscore von fünf unter Par den neunten Platz und war damit sehr einverstanden: „Ich bin sehr happy mit der Top 10 diese Woche. Das waren für mich schwere Umstände, weil ich Schmerzen im Handgelenk hatte. Dank Matthias Althoff, unserem Physio, konnte ich halbwegs schmerzfrei spielen. Ihm verdanke ich einen großen Teil dieses Turniers. Ich habe in dieser Woche gut gekämpft und mit einer soliden Performance gehe ich happy in eine kleine Pause.“
Emil Riegger auf T13
Eine fabelhafte Finalrunde hat Emil Riegger von Rang 37 noch kräftig klettern lassen. Der Hubbelrather hielt seine Scorekarte fast vollständig sauber. Lediglich auf Loch 15 rutschte ein Bogey auf die Karte. Davor hatte der Deutsche, der im US-College-Golf in diesem Jahr schon zwei Turniere gewonnen hat, schon fünf Birdies, davon drei in Serie, gespielt.
Mit einer starken 67 (-4) ging es bei wenig Wind und moderaten Temperaturen von unter 25 Grad für den 67. im WAGR im Endklassement noch fast in die Top Ten. Auf Platz 13 fehlten hierfür am Ende nur noch zwei Schläge.
Als der Bundesadler aus dem Recording kam, war er entsprechend zufrieden: „Dieses Turnier hat viel Spaß gemacht! Ich habe an allen Tagen ganz okay gespielt, nur auf der zweiten Runde die Putts nicht reingemacht. Der Platz ist sehr schön Platz mit sehr schnellen und makellosen Grüns. Auf der Finalrunde habe ich auf den ersten 14 Löchern sehr gut geputtet. Auf der 15, einem eigentlich leichten Par 5, habe dann doch einen Bogey gespielt. Danach habe ich die Runde mit guten Saves zu Ende gebracht. Alles in allem war es ein solides Turnier.“
Stimmen zum Triumph
Der neue Europameister spürte vor der Finalrunde etwas Druck, dass das ganze Feld ihn jagen würde. Darauf hat Tim Wiedemeyer aber sehr cool und abgeklärt reagiert: „Ich war natürlich in einer schwierigen Position, ich habe aber einfach probiert, ruhig und geduldig zu bleiben und mein Spiel zu spielen. Ich habe auch nicht zu sehr auf die Scores geschaut, weil ich wusste das noch viel Golf zu spielen ist. 25 Prozent des Turniers waren ja noch zu gehen. Der entscheidende Schlag war wohl auf Loch 15, dem Par 5, als ich fast zum Eagle eingechippt habe. Das Birdie hat mir sehr viel Momentum gegeben, da ich damit wieder zwei Schläge vorne war. Ich freu mich natürlich sehr, dass ich Europameister geworden bin und bin jetzt voller Vorfreude auf die Open. In einem Major zu spielen, war schon immer ein Traum. Dr wird jetzt endlich wahr. Ich freue mich auf das, was kommt und schaue, dass ich so viel wie möglich lernen kann und trotzdem auch meine Spiel spiele.“
Stimmen zum Triumph
Der neue Europameister spürte vor der Finalrunde etwas Druck, dass das ganze Feld ihn jagen würde. Darauf hat Tim Wiedemeyer aber sehr cool und abgeklärt reagiert: „Ich war natürlich in einer schwierigen Position, ich habe aber einfach probiert, ruhig und geduldig zu bleiben und mein Spiel zu spielen. Ich habe auch nicht zu sehr auf die Scores geschaut, weil ich wusste das noch viel Golf zu spielen ist. 25 Prozent des Turniers waren ja noch zu gehen. Der entscheidende Schlag war wohl auf Loch 15, dem Par 5, als ich fast zum Eagle eingechippt habe. Das Birdie hat mir sehr viel Momentum gegeben, da ich damit wieder zwei Schläge vorne war. Ich freu mich natürlich sehr, dass ich Europameister geworden bin und bin jetzt voller Vorfreude auf die Open. In einem Major zu spielen, war schon immer ein Traum. Dr wird jetzt endlich wahr. Ich freue mich auf das, was kommt und schaue, dass ich so viel wie möglich lernen kann und trotzdem auch meine Spiel spiele.“
Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, hatte das Geschehen aus der Ferne mitverfolgt und war beeindruckt: „Wie Tim Wiedemeyer nach seiner nicht glücklichen Auftaktrunde das Feld erst von hinten aufgerollt und am Ende sogar noch dominiert hat, nötigt mir größten Respekt ab. Ich gratuliere ihm und auch seinen Coaches nicht nur sehr herzlich zu diesem Titel, sondern auch zu den Möglichkeiten, die er nun in Form von Einladungen zu den Profi-Turniere auf die ganz große Weltbühne unserer Sportart bekommen wird. Klasse! Einfach nur klasse!“
Christoph Herrmann, Chef-Bundestrainer Männer, geriet förmlich ins Schwärmen: „Der erste Tag war der schwächste. Da wirkte Tim fast ein bisschen verkrampft, obwohl er eigentlich golferisch wirklich auf der Höhe angetreten ist. Er ist schlecht ins Turnier reingekommen. Bei der Amateur Championship war das auch so gewesen und auch da hat er sich danach deutlich gesteigert. Es hatte in Liverpool nicht mehr ganz gereicht, aber hier hat er es danach großartig gemacht. Vielleicht war die Erwartungshaltung so hoch, dass es am Anfang noch nicht ganz so locker war, aber Tim hatte super trainiert . Großes Kompliment auch an Marco Schmuck, der mit ihm nicht nur seit der Rückkehr aus Amerika intensiv gearbeitet hat, sondern auch schon in den USA. Marco hat seine Arbeit intensiviert, ist auch immer wieder in den USA vor Ort. Das hat sich wirklich ausgezahlt, sodass eine technische Stabilität eingetreten ist, die Tim jetzt zu diesen Leistungen befähigt.“
Für den neuen Europameister steht in der kommenden Woche mit dem Palmer Cup ein weiteres Highlight auf dem Spielplan. Zeitgleich läuft allerdings auch die finale Vorbereitung auf die Team-Europameisterschaft der Männer in Estland. Der Athlet und die Coaches haben gemeinsam beraten, welches Turnier für die Karriere den größeren Impact haben kann und da letztlich immer das Wohl des Athleten absolut im Mittelpunkt steht, wurde gemeinschaftlich die Entscheidung getroffen, dass die Teilnahme am Palmer Cup für einen Einstieg in die PGA Tour in den USA bei gutem Verlauf ein größeres Sprungbrett werden kann. Da auch ein so starker Spieler, wie Tim Wiedemeyer es ist, ohne solide Vorbereitung direkt im Anschluss an zwei ganz große Turniere bei einer Team-EM kaum seine optimale Leistung abrufen können würde, ist der Bayer in diesem Jahr nicht beim Team in Estland.
„Natürlich haben wir ein bisschen ein weinendes Auge dabei, dass der jetzt frisch gekürte Europameister leider nicht für die Team-Europameisterschaft zur Verfügung steht, aber wir als Deutscher Golf Verband unterstützen immer maximal die Einzelkarrieren“, betont Christoph Herrmann, dass er mit der Entscheidung, zu welchem Turnier Tim Wiedemeyer nun von Finnland aus weiterreisen wird, absolut im Einklang ist.
Matti Schmid, der als zweiter Deutscher den Titel bei einer Europameisterschaft gewonnen hat, ist inzwischen auf der PGA Tour fest etabliert und kann daher durchaus auch als positives Beispiel für Tim Wiedemeyer dienen.
„Tim hat einen langen Weg bei uns durch alle Kader hinter sich und biegt jetzt allmählich auf die Zielgeraden seiner Amateurkarriere ein. Die weiteren Schritte kann er mit riesigem Rückenwind, mit einem Europameistertitel, machen. Das ist wahrhaft alles andere als selbstverständlich. Mir gefällt das saugut, dass Tim damit in die Fußstapfen von Matti Schmid treten kann“, so der Chef-Bundestrainer.
„Dass Tim nicht an das Ende der EM vor zwei Jahren gedacht hat, sondern sehr cool sein Ding mit maximaler Stärke durchgezogen hat, spricht ganz stark für das, was wir seit Jahren beobachten: Tim ist ein wirklich cooler Golfer, der vor nichts zurückschreckt und in den großen Situationen erst richtig zur Leistung findet. Deswegen freuen wir uns auf neue, weitere, ganz große Aufgaben für Tim und werden mit großer Zuversicht weiter seine Karriere begleiten“, schaut Christoph Herrmann sehr positiv in die Zukunft.
„Dass Tim nicht an das Ende der EM vor zwei Jahren gedacht hat, sondern sehr cool sein Ding mit maximaler Stärke durchgezogen hat, spricht ganz stark für das, was wir seit Jahren beobachten: Tim ist ein wirklich cooler Golfer, der vor nichts zurückschreckt und in den großen Situationen erst richtig zur Leistung findet. Deswegen freuen wir uns auf neue, weitere, ganz große Aufgaben für Tim und werden mit großer Zuversicht weiter seine Karriere begleiten“, schaut Christoph Herrmann sehr positiv in die Zukunft.
Bundestrainer Pascal Proske gratulierte dem neuen Champion sehr herzlich: „Das war ein fulminanter Sieg von Tim. Nachdem er mit +1 in der ersten Runde gestartet ist, hat er eine extreme Aufholjagd gestartet. Mit -6, -6 und heute dann der Finalrunde hat er gar nichts mehr anbrennen lassen. Das war mehr als souverän, auch wie er sich auf dem Golfplatz bewegt hat. Er ist nicht groß in Aufregung verfallen und hat sein Ding da wirklich gut und professionell runter gespielt. Er hat das Turnier verdient gewonnen. Auf der 17 hatte er noch mal ein Up and Down aus dem Bunker. Das war in der Situation extrem stark. Er hatte zwar einen Vorsprung, aber 17 und 18 sind Löcher, die schnell auch mal Schläge kosten können und in der Situation, bei der Konkurrenz, bei dem Teilnehmerfeld, ist das auf jeden Fall eine Situation, die man auch erstmal dann bewältigen muss. Daher: Gratulation an Tim zum Europameister.“
Proske vergaß im Moment des großen Triumphs von Tim Wiedemeyer aber auch nicht zwei weitere Athleten, die ebenfalls ganz starke Leistungen abgeliefert hatten: „Für Deutschland insgesamt war diese EM extrem erfolgreich. In der Breite dürfen wir neben dem Sieg von Tim auch nicht übersehen, dass wir mit einer weiteren Top-Ten-Platzierung von Emil Albers und noch einer Top-15-Platzierung von Emil Riegger ein wirklich erfolgreiches Turnier abliefern konnten.“
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